Gefälschte Videos
Vor wenigen Jahren mussten noch aufwendige Großrechner bemüht werden, um die Spezialeffekte in Kinofilmen zu erzeugen. Dank technischer Fortschritte, ist dies heute mit fast jedem aktuellen Gaming-Computer quasi in Echtzeit möglich.
Auch die entsprechenden Bearbeitungsprogramme sind erschwinglich geworden und Kosten eher ein paar zehn als ein paar zehntausend Euro. Außerdem gibt es Bibliotheken mit fertigen Spezialeffekten zu kaufen (z.B. bei movavi) oder sogar gratis als werbefinanzierte App für das Smartphone.
Ein Meteoriteneinschlag in Wuppertal? Eine Alienlandung auf dem Schuldach? Alles kein Problem.
Zusammen mit der immer besseren Videotechnik in Smartphones hat damit nahezu jeder die Möglichkeit, ein eigens Filmstudio zu eröffnen. Oder Fake-News zu verbreiten. Soziale Netzwerke und Video-Plattformen begünstigen letzteres zusätzlich.
Video: Erkennen von Fake-Videos
Quelle: Deutsche Welle
Methoden zur Identifikation
- Angaben zum Video prüfen
- Wer veröffentlichte das Video zu welchem Zweck?
- Metadaten prüfen (z.B. mit dem YouTube Data Viewer von Amnesty International)
- Auf Auffälligkeiten im Video achten
- Stimmt die Aussage mit der vorgeblichen Aussage auch bei genauerem Hinsehen überein?
- Gibt es Hinweise auf typische Elemente, die eine potentielle Herkunft widerlegen? Zum Beispiel
- US-Steckdosen in einem angeblich aus Europa stammenden Video
- Deutsche Straßenschilder oder Kennzeichen auf einem Video, das in Russland aufgenommen worden sein soll
- Passt die Qualität zur Aussage?
- Ein Video mit sehr schlechter Qualität ist leichter zu fälschen.
- Ein Video mit sehr hoher Qualität deutet auf großen Aufwand hin, der evtl. nicht zur Aussage (ungestellt, spontan aufgenommen) passt.
- Ist die Szene aus anderen zusammenhängen (Filmen, Musikvideos, Werbung, …) bekannt?
- Sind Dinge (oder Personen) zu erkennen, die zeitlich oder räumlich gar nicht gemeinsam abgebildet sein können? Etwa: Hitler und Angela Merkel oder der Eiffelturm und Schloss Neuschwanstein